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Vermögen aufbauen mit ETFs [8 Schritte] – Anleitung

Mehrere 100.000€ bis Mio. haben oder nicht haben – um nichts weniger geht es hier!

Dein monatliches Einkommen sammelt sich auf deinem Giro- oder Sparkonto mit lächerlichen Zinsen? Das kommt dich teuer zu stehen, denn dein Geld wird aufgrund der Inflation täglich weniger Wert.

Du solltest schleunigst beginnen dein Geld (oder zu mindest einen Teil davon) richtig anzulegen. Oder anders gesagt: Mit der Vermögensbildung beginnen.

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Anstatt 0-2% Zinsen kannst du die historisch durchschnittliche Rendite von 5-8% erreichen, wenn du es richtig machst.

Du wirst dir noch die Augen reiben, was für Unterschiede infolge von Zinseszinseffekten über die Jahre entstehen (mehrere 100.000€ haben oder nicht haben – später mehr dazu, inkl. Beispielrechnung). Nur so viel vorab: Genau da liegt der Unterschied zwischen reich sein und durchschnittlich bleiben.

Egal, ob du monatlich 50€ oder 2000€ in den Vermögensaufbau stecken kannst, das Prinzip ist immer dasselbe und es lohnt sich enorm. Selbst wenn du aktuell nur wenig Geld zur Seite legen kannst, beginne jetzt damit. Du wirst später sehr froh darüber sein.

Kurze Fakten: Was du in diesem Artikel lernst

  • Automatisierte Sparpläne bringen dich zum Vermögen.
  • Passive Verwaltung schlägt aktives Management.
  • Geringe laufende Kosten für maximale Rendite.
  • Risikokontrolle durch Diversifizierung und Assetallocation.
  • Die perfekte %-uale Verteilung deiner Sparraten.
  • Profis wissen nicht mehr, aber nehmen gerne dein Geld.

Grundlagen des Vermögensaufbaus

Warum ein Vermögen aufbauen?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür ein Vermögen aufzubauen. Der wichtigsten Gründe: Sicherheit, Freiheit & Unabhängigkeit.

“I really like my life. I’ve arranged my life so that I can do what I want.”

– Warren Buffet

Wie bringt es dir konkret?

  • Geld für sich arbeiten lassen – durch Zinseszinseffekte wird man immer reicher, je mehr Kapital man hat.
  • Private Altersvorsorge – Lieber selber etwas ansparen, anstatt auf die Rente zu setzen.
  • Für deine potenzielle Immobilie – mehr Eigenkapital = bessere Kreditkonditionen oder bessere Immobilie.
  • Unabhängiger vom Beruf sein, Selbstständigkeit wagen, früher in Rente gehen, Teilzeit arbeiten.
  • Rücklagen zu haben für größere Anschaffungen oder schlechte Zeiten.

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Die richtigen Bedingungen für den idealen Vermögensaufbau

Wichtig ist, jetzt zu beginnen, nicht unnötig zu verkomplizieren und keine Dummheiten zu machen. Das ist die wirkliche Erfolgsformel. Nicht extrem aufregend, aber verdammt erfolgreich.

Achte dazu auf die folgenden Vermögensaufbaubedingungen – sie machen den entscheidenden Unterschied aus.

Vermögensaufbaubedingung #1: hohe Zinsen

Jaja, Zinsens-Zins-Effekte. Haben wir alle schon mal irgendwo gehört.

Etwas Geld hier und da zu sparen, bringt dich nicht weit voran. Lebensmittel bei Discountern einkaufen, Kleidung im Winter-/Sommerschlussverkauf kaufen und bei jeder Neuanschaffung den billigsten Preis im Internet finden. – Das ist alles ganz nett. Und „ganz nett“ ist die kleine Schwester von Sche***.

Ein Vermögen häufst du damit sicher nicht an.

Auch, wenn pro Monat ein paar 100€ auf deinem Konto zurückbleiben, kommst du mit einer niedrigen Verzinsung nicht weit.

Beginnst du mit 25 Jahren monatlich 200€ mit 1,5% Verzinsung anzusparen, hast du mit 45 Jahren 55.947€. 

Machst du dasselbe mit einer Verzinsung von 7%, hast du 102.120€.

Du hast dieselbe Menge an Geld eingezahlt. Jedoch nahezu doppelt so viel Ertrag!

Bringst du als „Gutverdiener“ 1000€ pro Monat auf die Seite, hast du nach 20 Jahren mit 1,5% Zinsen 279.739 €, mit 7% Zinsen jedoch 510.599€! Das ist ein Unterschied von einer Viertel Millionen €! Ohne, dass du dafür einen Cent mehr sparen musst.

Schau dir die grafische Darstellung an:

Vermögen nach 20 Jahren mit unterschiedlichen Sparraten (200€, 1000€) und Zinsen (1,5% vs. 7%).

 

Hier spielt die Musik.

7% Zinsen bekommst du nicht bei deiner Sparkasse. Dafür brauchst du ein Depot und musst regelmäßig in die richtigen Dinge investieren. Weiter unten lernst du ganz exakt, wie das geht.

Je höher die Sparrate, desto größer und schneller wächst dein Vermögen

Über dieses Thema wird oft geschwiegen von vielen Experten, die den magischen Trick zum Reichwerden verkaufen.

Fakt ist jedoch: ein gutes Einkommen der erste Schritt ist für den Vermögensaufbau. Denn nur, was nach dem Abzug deiner Lebenskosten noch übrig bleibt, kannst du auch in den Vermögensaufbau stecken.

Je mehr du monatlich sparst, desto stärker wächst dein Vermögen. Du kannst später auch jederzeit deine Sparrate nach oben oder unten verändern, falls du das willst. Selbst wenn du jetzt noch nicht so viel sparen kannst, beginne jetzt klein und steigere dich einfach in der Zukunft. Selbst mit 25€ oder 50€ pro Monat kannst du bereits beginnen!

Mit diesem Rechner kannst du berechnen, wie viel € du nach einer bestimmten Spardauer vermutlich haben wirst:

Vermögensaufbaubedingung #2: Regelmäßig und automatisiert sparen

Schauen wir der Wahrheit ins Gesicht. Du bist ein Gewohnheitstier, das zudem vieles vergisst. Dein Alltag ist voller Termine und es gibt genügend Dinge, die regelmäßig erledigt werden wollen.

Nichts führt sicherer zum Misserfolg deines Vermögensaufbaus, wie wenn du ständig Zeit & Energie dort hineinstecken musst.

Zu Beginn bist du vielleicht noch motiviert und voller Enthusiasmus dabei. Aber mit der Zeit nimmt das ab und ehe du dich versiehst, machst du gar nichts mehr. Erinnerst du dich an die letzte Diät oder das letzte große Vorhaben „endlich alles anders zu machen“? Ständiger Aufwand und Anstrengung im stressigen Alttag ist der Killer für erfolgreiches Finanzmanagment.

Wenn du schlau bist, richtest du dir ein System ein, das zu dieser menschlichen Realitität passt. Die Automatisierung deines Vermögensaufbaus ist deshalb absolut fundamental.

„Don’t make me think!“

Was ist mit Automatisierung gemeint? Jeden Monat wird automatisch Geld von deinem Girokonto gezogen. Mit diesem Betrag werden automatisch (von dir) festgelegte Investitionen getätigt. – Einmal eingerichtet musst du danach nicht einen Finger mehr krümmen.

So wirst du erfolgreich ein Vermögen aufbauen.

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Wie sieht Automatisierung konkret aus?

  • Du legst einen Betrag fest, der automatisch zu bspw. jeden 1. oder 15. des Monats automatisch von deinem Girokonto eingezogen wird.
  • Dieser Betrag wird automatisch in ausgewählte Fonds investiert.
  • Du benötigst kein Startkapital: Selbst ab 25€€/Monat lässt sich über Sparpläne Vermögensaufbau betreiben.
  • Dieses Prozedere wiederholt sich jeden Monat. Du kannst jederzeit damit aufhören oder Änderungen vornehmen.

Weitere Vorteile der Automatisierung

Ganz nebenher hast du durch regelmäßiges Sparen auch deine Ängste und Euphorie im Griff, die bei der Geldanlage oft fatale Folgen haben. Wenn dein System automatisiert handelt, wird nicht jede Entscheidung neu getroffen (und ist damit anfällig für unkluge Entscheidungen). Später mehr zum Timing-Problem etc.

Vermögensaufbaubedingung #3: So früh wie möglich beginnen

Ein früher Sparbeginn wird reich belohnt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel ein möglichst früher Sparbeginn tatsächlich ausmacht! Das sind sehr schnell Unterschiede zwischen mehreren 100.000€ haben oder nicht haben!

Person A beginnt mit 25 Jahren monatlich 200€ zu sparen. Person B beginnt mit 33 Jahren. Beide erzielen einen durchschnittlichen Zinssatz von 6% pro Jahr. Im Alter von 60 Jahren hat Person A ein Vermögen von 276.135€ – Person B hingegen hat nur 157.863€.  Das ist ein Unterschied von knapp 120.000€.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“

Noch größer sind die Unterschiede, wenn man den Sparbeginn im Alter von 20 Jahren gegenüber einem Sparbeginn mit 30 Jahren vergleicht. Schau dir das Ergebnis in der Grafik an:

Auswirkung von 10 Jahre früherem Sparbeginn bei einer Sparrate von 200€/Monat bei 8% Zinsen pro Jahr.

 

Was heißt das für dich? Richtig, keine Zeit verschenken und jetzt beginnen. Je früher du durchstartest, desto stärker wächst dein Vermögen.

Nichts zu tun ist die schlechteste Entscheidung, die du treffen kannst. Vor allem, wenn du zwischen 20 und 30 Jahren alt bist. Start early!

Vermögensaufbaubedingung #4: Keine unnötigen Kosten akzeptieren

Der sicherste Weg zur höheren Rendite heißt Kosten senken.

Die Auswirkungen von Kosten auf die Performance deines Portfolios werden generell massiv unterschätzt. Einmalige Kosten entstehen beim Kauf eines Wertpapiers, darüber hinaus gibt es jährliche Kosten für die Verwaltung.

Manche aktiv gemanagte Fonds berechnen eine Jahresgebühr von bis zu 2,5% p.a. (per anno = pro Jahr). Kostengünstige Indexfonds oder ETFs kosten hingegen oft nur 0,3 oder 0,5% p.a.

Im folgenden Beispiel werden monatlich 300€ gespart. Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Performance von 8% p.a.

Wertentwicklung bei 0,3% vs. 2,5% Kosten p.a. 
nach 10 Jahren € nach 20 Jahren € nach 30 Jahren
Portfolio A (0,3% Kosten p.a.) 53.559 € 166.017 € 402.144 €
Portfolio B (2,5% Kosten p.a.) 47.732 € 129.266 € 268.536 €

 

130.000€ mehr nur durch etwas weniger jährlichen Kosten! Das sind enorme Unterschiede.

Schlau ist es deshalb, diese laufenden Kosten so gering wie möglich zu halten.

Geringe Kosten mit Indexfonds/ETFs

Die Könige der geringen laufenden Kosten sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), auch Indexfonds genannt. Sie sind das kostengünstigste Instrument und für Anleger einfach zu verstehen.

Man redet auch von passiv gemanagten Fonds. ETFs zeichnen einfach die Entwicklung eines ausgewählten Index (Plural: Indizes) nach und wählen nicht aktiv bestimmte Papiere aus. Warum das sogar ein Vorteil ist, siehst du im nächsten Punkt.

Was ist ein Index (Plural: Indizes)?

Indizes sind einfach eine Zusammenfassung verschiedener Einzelpapiere. Beispielsweise ist der DAX der deutsche Aktien Index und umfasst, die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen aus Deutschland.

Es gibt aber auch ganz andere Indizes. Beispielsweise den MSCI World (1.612 Aktien aus 23 Ländern; Stand: Mai 2014) oder ein Anleihenindex wie der „iBoxx € Sovereigns Eurozone Index“, der sich aus insgesamt  260 einzelne Staatsanleihen zusammensetzt. Diese großen und breit aufgestellten Indizes werden später eine zentrale Rolle bei deinem Vermögensaufbau spielen.

Vermögensaufbaubedingung #5: Kaufe den gesamten Markt, nicht einzelne Papiere

Du steckst dein ganzes Geld in eine Aktie. Wenn du Glück hast, läuft es gut, wenn etwas Unvorhergesehenes kommt, geht dein komplettes Vermögen flöten. Erinnerst du dich noch an die Telekom-Aktie? Damals eine scheinbar sichere Sache wurde für Viele zum Geldgrab.

„Ok, dann kaufe ich eben 5 verschiedene Aktien„. Schon besser! Dann sind vielleicht 2 deiner Aktien aus dem Automobilsektor, 2 aus dem Finanzsektor und 1 aus dem Dienstleistungssektor. Leider gibt es eine technische Revolution, die niemand ahnen konnte und eine Finanzkrise. 4/5 deiner Aktien gehen stark in den Keller.

Dann kaufe ich eben 10 europäische Aktien aus allen großen Branchen„. Nicht schlecht! Blöderweise kommt es nun zu einer Eurokrise. Aktien in Europa verlieren überdurchschnittlich stark. Aktien aus den USA, Japan, China etc. sind viel weniger betroffen. Dumm gelaufen!

Ok, dann kaufen ich Aktien aus allen Branchen, aus allen Ländern und davon möglichst Viele„. – Jetzt kommen wir der Wahrheit näher. Das ist schon einmal sehr breit aufgestellt und damit ist das Risiko breit gestreut. Jetzt gibt es aber eine Weltwirtschaftskrise und alle Aktien aus allen Ländern und Branchen verlieren an Wert. Was jetzt?

„Ok, dann kaufe ich Aktien aus der ganzen Welt und dazu noch Anleihen, die feste Zinsen bringen“ – Sehr gut! So wird das gemacht. Durch das Mischungsverhältnis von Aktien und Anleihen bestimmst du nun das Chancen-/Risikoverhältnis (später mehr).

Vergiss die Nadel, kaufe den Heuhaufen!

Um Risiken gering zu halten und trotzdem vom Wachstumspotenzial des gesamten Marktes zu profitieren, solltest du deine Anlage immer breit streuen (diversifizieren). Kaufe den gesamten Markt und nicht einzelne Aktien, Anleihen, Branchen, Länder etc.

Damit lässt sich das Risiko extrem senken. Deine Chancen das nächste Apple zu finden, sind enorm gering.

Was bekommst du hier gezeigt? Das ETF-Sparplansystem

Bevor wir uns in die Details stürzen, schon mal vorweg ein grober Abriss.

Du lernst hier …

  • … wie du mit monatlichem Sparen ein Vermögen aufbaust (wie viel pro Monat legst du selber fest. Minimum: 50€/Monat).
  • … wie du dieses System genau einrichtest (wie du ein Depot eröffnest, wie du automatisch Geldflüsse einrichtest und kaufst).
  • … wie du dein Geld ideal aufteilst (Anlageklassen, Diversifikation).
  • … wie du das Risiko kontrollierst, je nach Anspardauer und Persönlichkeit.

Oder anders gesagt: Du lernst hier, wie du ein Vermögensaufbausystem einrichtest, für dich perfekt anpasst und danach richtig arbeiten lässt.

Nicht richtig bist du hier, wenn du nach magischen Tricks suchst, wie du über Nacht reich wirst (die gibt es nicht). Falls du dein Geld in 1-5 Jahren benötigst, ist das Sparplansystem ebenfalls nur mäßig geeignet.

Willst du allerdings ein längerfristig ein Vermögen aufbauen und damit später gut leben, eine Immobilie kaufen, privat Vorsorgen – dann ist das Sparplansystem goldrichtig für dich.

Warum niemand in deinem Alter richtig investiert

Frag mal deine Freunde, ob sie regelmäßig investieren und du wirst Antworten bekommen wie “Häh?”, “Keine Ahnung, wie das geht”, “ist mir zu riskant”, “weiß nicht, was ich da kaufen soll”.

Nur wenige sind bereits in jungen Jahren dabei systematischen ein Vermögen aufzubauen. Das sind meist diejenigen, die ziemlich clever, organisiert und in vielen Lebensbereichen erfolgreich sind. Du sollst nicht so werden wie sie, sei so schlau und kopiere ihre Cleverness bei den Finanzen.

Sei nicht einer der 40-jährigen, die auf einmal aufwachen und sagen: “Wie bescheuert war ich damals / hätte ich mal lieber …Du verlierst sehr viel Geld, wenn du es in deinen 20er Jahren verschläfst, deine Finanzen richtig aufzustellen.

In Deutschland lernst du weder in der Schule noch in der Uni, wie du mit deinem Geld richtig umgehst. Geld verdient man und trägt es brav auf das Sparkassenkonto. Das ist sicher. Es gibt keine Kultur des Investierens. Kein Wunder sind die Anteile an deutschen Unternehmen inzwischen zu 60% in ausländischer Hand.

Was du in Finanzmagazinen oder im Internet zu lesen bekommst, hilft dir meistens nicht weiter. “10 Tipps, wie du am schnellsten reich wirst …”. Warum wird so etwas geschrieben? Weil das die Auflage/Klicks steigert. Bestimmt nicht, weil es dir wirklich hilft. Dasselbe siehst du bei Fitness-/Diätmagazinen und in vielen anderen Bereichen. Es wird immer der neuste Trend gehyped. Was seit Jahren erwiesenermaßen funktioniert, lässt sich schlecht verkaufen und vermarkten.

Was brauchst du, um durchstarten zu können? – Not much!

Um investieren zu können, musst du lediglich ein Depotkonto bei einer Bank eröffnen. So was ist heutzutage kostenlos bei einigen Direktbanken.

Mit diesem Schritt hast du sofort die Möglichkeit von zu Hause aus an der größten Geldmaschine der Geschichte teilzunehmen. Ein Depot zu eröffnen ist die Basis auf dem Weg zu deinem Vermögen. Setze dir diese Struktur jetzt auf – du wirst nicht jünger und verlierst jeden Tag Bares.

Angst vor dem Risiko – gerechtfertigt oder nicht? Was tun?

Hast du ein unsicheres Gefühl beim Thema investieren? Damit bist du in bester Gesellschaft. So geht es jedem, der versucht intuitiv an die Sache heranzugehen.

Allerdings sind im Feld der Finanzen deine Gefühle selten der beste Ratgeber. Es geht um Wahrscheinlichkeiten, Unsicherheiten, überraschende Ereignisse. Zum Risiko wird das aber nur dann, wenn du nicht weißt, was du tust und die Situation nicht richtig einschätzt.

„Risk comes from not knowing what you’re doing.“

– Buffet

Der gekonnte Umgang mit Wahrscheinlichkeiten

Hast du dich schon mal gefragt, wie weltklasse Pokerspieler Millionen an Preisgelder einsammeln? Obwohl es doch irgendwie Glück ist, welche Karten man bekommt?!

Was diese Pokerprofis perfekt beherrschen, ist der Umgang mit Wahrscheinlichkeiten. Sie passen ihre Einsätze und ihr Risiko perfekt an die Umstände an und machen damit langfristig ziemlich viel Geld. Vor allem aber verstehen sie, wie dieses Spiel funktioniert. Dasselbe machst du beim richtigen Investieren, nur viel einfacher als beim Pokern.

Finanzieller Erfolg ist eng mit dem Umgang von Risiken verbunden. Eine gute Rendite ist die Belohnung für das Tragen von Risiko. Ohne sogenanntes Risiko gibt es keine Rendite.

Auf deinem Tagesgeldkonto erhält dein Geld gerade so seinen Wert (die Zinsen dort halten, wenn überhaupt mit der Inflation mit), dafür ist es ziemlich sicher.

Kaufst du eine einzelne Aktie, kannst du 400% Wertzuwachs (oder mehr) sehen, aber es kann auch um 50% nach unten gehen. Wenn du allerdings unterschiedliche Anlageklasse richtig zusammenmischst, erhältst du eine geglättete Performance.

Alle Superreichen sind am Kapitalmarkt aktiv, um ihr Vermögen optimal zu vermehren. Der kleine Mann hingegen hat Angst vor unkontrollierbaren Risiken oder den Schlagzeilen in den Medien und hortet sein Geld am liebsten unter dem Kopfkissen. Diese gefühlte Sicherheit macht den Vermögensaufbau praktisch unmöglich.

„Der Grund, warum die Reichen in Aktien investieren ist, dass sie die höchste potenzielle Rendite erwirtschaften (8-10% pro Jahr). Langfristig gibt es keine andere Art des Investments mit einer besseren Performance.

Es gibt nicht 100% sicher, nicht mal auf dem Sparbuch. Chance und Risiko sind aneinander gebunden. Die wirkliche Frage ist: Wie maximierst du die Chance und minimierst das Risiko?

Das ist möglich durch verschiedene Maßnahmen wie:

  • Asset-Allocation – Du kaufst nicht nur Aktien oder nur Rohstoffe oder nur Anleihen, sondern von allem einen gewissen Prozentsatz. Dieser ist davon abhängig, wie viel Risiko du eingehen kannst/willst (wichtige Fragen dabei: Wann brauchst du das Geld? + Wie viel halten deine Nerven aus?). Später mehr dazu.
  • Diversifizierung – Du kaufst nicht eine Aktie/ eine Anleihe/einen Rohstoff etc., sondern 10000. Schlechte Performances einzelner Anlagen fallen so praktisch nicht mehr ins Gewicht.
  • Glättung der Performance durch negative Korrelation.

Die Turbulenzen am Aktienmarkt die letzten Jahre machen dir Angst? Es gibt keine bessere Zeit einzusteigen als “wenn die Kanonen donnern”. Angst musst du haben, sobald dein Nachbar mit völliger Sicherheit in Aktien investiert. Denn “wenn es eigentlich nur noch nach oben gehen kann”, dann wird es gefährlich.

Die Kurse an der Börse werden von Angst und Gier bestimmt. Börse ist Psychologie. Der Markt verhält sich nie rational. Jeder Anfänger denkt, er hätte seine Emotionen im Griff. Aber glaub mir, das hast du nicht. Spätestens, wenn du mit deinem eigenen Geld aktiv bist, ist es vorbei mit jeglicher Rationalität. 95% aller Privatanleger, die versuchen über einen kurzen Zeitraum mit Aktien zu handeln, verlieren Geld.

Nur eine Strategie funktioniert regelmäßig: “Buy and Hold” – also Papiere kaufen, lange liegen lassen, verkaufen. Genau das machst du hier mit dem Sparplansystem. Mit dem Unterschied, dass du nicht einzelne Wertpapiere kaufst, sondern dein Investment breit streust und damit das Risiko stark minimierst.

Zudem kaufst du automatisiert monatlich Anteile, was das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunktes minimiert.

Komme ich jederzeit an mein Geld?

Ja, du kannst deine ETF-Anteile jederzeit verkaufen. Natürlich nur zu dem aktuellen Tageskurs. Deshalb solltest du deinen Vermögensaufbau langfristig betreiben. Denn du solltest nicht in die Situation kommen in einer schlechten Phase unbedingt an dein Geld zu müssen.

Reich werden / Vermögensaufbau in 8 Schritten

Wenn du monatlich verschieden ETFs besparst, kannst du folgenden psychologischen Trick nutzen: Wenn die Kurse steigen, freust du dich, dass dein Portfolio an Wert gewinnt. Wenn die Kurse fallen, freust du dich, dass du günstig neue Anteile einkaufen kannst. Eine Win-Win Situation.

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Erinnerst du dich daran als du das letzte Mal mit einem Freund über Finanzen oder Fitness gesprochen hast? Hast du danach mehr Sport gemacht oder hast du Geld auf dein Sparkonto überwiesen? Vermutlich nicht.

„Gewinnen fängt an mit Beginnen.“

Die Beschäftigung mit Details schützt uns vor dem „Aktivwerden“. Viel wichtiger wäre jedoch einfach mal zu beginnen. Solange du mit kleinsten Unwichtigkeiten beschäftigt bist, vermeidest du das Wesentliche umzusetzen. Du bekommst dabei zwar ein gutes Gefühl, machst aber garantiert nichts.

„Perfect is the enemy of good“ – Voltaire

Gleiches gilt für das Verdrängen von Schuldgefühlen. Du weißt zwar, dass es sinnvoll wäre, sich irgendwie um die eigenen Finanzen zu kümmern, aber irgendwie schiebst du das lieber vor dir her. Viele deiner Freunde machen es schließlich ähnlich. Aber wenn du ganz ehrlich zu dir bist, weißt du, dass du dir eigentlich schadest.

Was denkst du, wer am Ende des Tages die Nase vorne hat? Leute, die das Thema mit schlechtem Gewissen ewig vor sich herschieben oder sich wechselseitig in Details verlieren? Oder Leute, die sich einen Überblick verschaffen und dann umsetzen?

Schritt 1: Sparplanfähiges Depotkonto bei einer Direktbank eröffnen

Um mit Fonds sparen zu können, benötigst du ein Depot. Das ist nichts anderes wie ein normales Konto, nur mit der Möglichkeit Fonds kaufen zu können (theoretisch kannst du darüber auch Einzelaktien, Zertifikate uvm. kaufen).

In Zeiten von Direktbanken gibt es keinen Grund mehr Kontoführungsgebühren zu zahlen.

Viel wichtiger ist jedoch, dass es bei der Bank eine Auswahl an ETFs gibt, die mit einem Sparplan bespart werden können. Außerdem bieten die Direktbanken für das Geld, das nicht investiert ist meist die höchsten Tagesgeldzinsen. Es ist also ungefähr alles besser als bei einer normalen Bank.

Die Landschaft an Anbieter, Gebühren etc. ist ziemlich unübersichtlich. Wir sind deshalb dazu übergegangen zu schauen, welche Direktbanken über Jahre bei Stiftung-Finanz Test ganz vorne liegen.

Comdirect und Cortal Consors sind am günstigsten (Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest. Jahrbuch 2015, S. 88)
Comdirect und Cortal Consors sind am günstigsten (Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest. Jahrbuch 2015, S. 88)

Die drei Direktbanken, die vorne liegen sind also Comdirect, Cortal Consors und die ING Diba.

Schauen wir uns die jeweiligen Bedingungen genauer an:

1.) Comdirect

  • Den von uns empfohlene Aktien-ETF (ETF110) + Anleihen-ETF (DBX0AC) gibt es für 0% Ordergebühren bei Sparplanausführung.
  • Übrige ETFs mit Kaufgebühren von 1,5%, maximal jedoch 4,50€.
  • Die Comdirect-Bank hat sogar eine eigene ETF-Marke aufgesetzt (Comstage), mit noch geringeren laufenden Kosten als die anderen Anbieter.
  • Bewährtes Unternehmen (die Comdirect ist die Direktbank der Commerzbank).
  • Depot bei Comdirect eröffnen.

2.) Cortal Consors

  • Nur den von uns empfohlenen Anleihen ETF (DBX0AC) gibt es für 0% Ordergebühren bei einem Sparplan (garantiert bis 15.01.2019).
  • Übrige ETFs mit Ordergebühren von 1,50%, kein Maximum.
  • Depot bei Cortal Consors eröffnen.

3.) ING Diba

  • Nur den von uns empfohlenen Anleihen ETF (DBX0AC) gibt es für 0% Ordergebühren bei einem Sparplan.
  • Übrige ETFs mit Ordergebühren von 1,75%.
  • Kleinste Sparrate: 50€
  • Besonderheit: Bei Einmalanlagen ab 500€ nur 0% Ordergebühren.
  • Depot bei ING Diba eröffnen.

Welches Depotkonto benutzen? Unsere Empfehlung.

Wir empfehlen am liebsten das Depot der Comdirect.

Warum?

  • Von uns empfohlene ETFs können für 0% Ordergebühren per Sparplan bespart werden.
  • Auch bei einer größeren Einmalanlage sind die Orderkosten auf maximal 4,50€ gedeckelt.
  • Die Eigenmarke Comstage wird vermutlich am längsten bei der Mutterbank zu den besten Konditionen vertrieben werden.
  • Es immer eine große Auswahl an guten sparplanfähigen ETFs aus allen Anlageklassen.

Natürlich kannst du auch ein Depotkonto bei jeder anderen beliebigen Bank eröffnen. (Eine Alternative wäre bspw. das Cortal Consors Depotkonto).

Insgesamt gibt es aber keine riesigen Unterschiede. Wenn du das bei der DiBa oder sonst wo machst, ist das meist kein Weltuntergang – du verlierst eben ein wenig Rendite durch höhere Orderkosten und musst schauen, ob deine gewünschten ETFs überhaupt per Sparplan bespart werden können.

Wenn du aber schon dabei bist, deine Finanzen optimal aufzustellen, kannst du es auch gleich so gut wie möglich machen.

Jetzt zur Tat schreiten

Eröffne jetzt direkt dein Depotkonto bei Comdirect . Das geht nur 5 Minuten.

Bis der Anmeldungsprozess abgeschlossen ist, vergehen ein paar Tage. Das ist jedoch gar nicht so schlecht! Solange arbeitest an deinem individuellen ETF-System (siehe kommende Schritte) und schläfst noch ein paar Nächte darüber.

 

Konto eröffnen

Hier ein Video, in dem der Kontoeröffnungsprozess eines Depots bei der Comdirect erklärt werden.

 

Wie geht es weiter?

  • Mit dem ausgefüllten Formular + deinem Personalausweis gehst du am besten noch heute zur Post. Falls das nicht geht, nimm es dir morgen vor. Der Postbeamte am Schalter kontrolliert kurz deine Identität (Post-ident-Verfahren) und sendet deine Unterlagen zur Bank.
  • Falls du an „Aufschieberitis“ leidest, hier ein paar Tipps:
    • Setze dir das Ziel – den Antrag zur Post zu bringen – als einzige Erledigung für einen Tag (mach es gleich zu Beginn des Tages).
    • Gönne dir danach eine Belohnung.
    • Sag jemand anders Bescheid, er soll dich in ein paar Tagen kontrollieren, ob du es gemacht hast.
    • Mach dir bewusst, dass du ansonsten jeden Tag Geld verlierst.
  • Der Eröffnungsprozess dauert ein paar Tage. So lange planst du genau, die Details deines ETF-Sparplans, damit du zur Tat schreiten kannst, sobald das Konto eröffnet ist.

Schritt 2: Wie viel € in den Vermögensaufbau?

Nachdem du dein Depot-Konto eröffnet hast, kannst du dir ein in den wenigen Tagen bis zur Eröffnung genau Gedanken machen, wie dein Vermögensaufbau aussehen soll.

Als Erstes steht da die Frage: Wie viel € pro Monat steckst du in den Vermögensaufbau?

Die Antwort auf diese Frage hängt natürlich stark von deinem monatlichen Netto-Einkommen ab.

Die 60/20/20-Regel

Von deinem Netto-Einkommen gehen meist ca. 60% für Fixkosten wie Miete, Strom, Internet, Versicherungen etc. ab.

Die restlichen 40% sind nun noch zum einen für deine Freizeit und Spaß (schließlich lebst du JETZT!) zum anderen für den Vermögensaufbau da. Eine gute Faustregel ist das ca. 20%/20% zu splitten.

Natürlich ist diese Aufteilung nicht in Stein gemeißelt. Nimm sie als ersten Anhaltspunkt und entscheide selber, wie viel für € pro Monat für dich perfekt sind.

Beispiel: Nettoeinkommen 2000€.

1200€ davon gehen für die Fixkosten weg. Die verbleibenden 40% entsprechen 800€. Davon nimmst du 400€ für deine Freizeit und 400€ für deinen Vermögensaufbau.

Wann / wie kann ich auf mein Geld zugreifen? Kann ich einfach einen Teil / alles abheben?
Du kommst zu jeder Zeit an dein Geld, in Teilen oder komplett. Dazu verkaufst du einfach Anteile deiner ETFs zu dem aktuellen Tageskurs. Danach steht dir das Geld wieder frei zur Verfügung. Hast du bspw. 500 Anteile eines EFFs XY, kannst du jederzeit 50, 200 oder alle Teile verkaufen.

Shortfacts
  • 25€ ist der kleinste Betrag, mit dem man 1 ETF-Anteil kaufen kann.
  • Die monatlichen Raten sind jederzeit nach oben oder unten veränderbar (ohne Kosten). Oder auch beliebig lange aussetzbar.
  • Auf Wunsch kann die Sparrate dynamisch angepasst werden.
  • Du kannst jederzeit auf dein Geld zugreifen. Allerdings natürlich nur zum aktuellen Kurs.

Schritt 3: Welche Instrumente zum Anlegen? Günstige Indexfonds (ETFs). Warum?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind Fonds, die nicht von einem Fondsmanager aktiv verwaltet werden, sondern passiv einen Index nachbilden.

Warum sind diese ETFs so gut für deinen Vermögensaufbau geeignet?

Grund 1 für ETFs: Geringe Einmalkosten & laufende Kosten

Intuitiv mag es nicht so wichtig erscheinen, ob du nun 0,5% oder 2,5 oder gar 5% Kosten beim Kauf hat (Ausgabeaufschlag) zahlst. Hinzu kommen noch jährliche Kosten für die Verwaltung (0,3 – 2%). Aber das summiert sich!

ETF Aktive gemanagter Fond
Kaufkosten 0,2 – 0,5% 2,5 – 5%
jährl. Verwaltungsgebühr 0,15 – 0,5% 0,2 – 2,5%

ETFs sind deutlich kostengünstiger gegenüber aktiv gemanagten Fonds.

Langfristig drücken solche Kosten massiv auf deine Performance. Nach 30 Jahren mit einer 300€ Sparrate und 8% Zinsen bekommst du mit höheren Kosten 130.000€ weniger heraus.

Den meisten Fondsmanagern schaffen es trotz der hohen Gebühren nicht, ihren jeweiligen Vergleichsindex zu schlagen. Die Gebühren für aktiv gemanagte Fonds beschneiden die Rendite zusätzlich.

Grund 2: Alle Anlageklassen (Aktien, Anleihen etc.) + Möglichkeit breit zu diversifizieren

Mit ETFs kannst du alle Anlageklassen besparen. Gleichzeitig bekommst du eine breite Diversifikation und so eine maximale Risikosenkung.

Diversifikation auf Anlageklassen (Aktien, Anleihen)

Für die Verteilung des Risikos ist vor allem die richtige Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen verantwortlich.

Diversifikation/Risikosenkung durch viele Einzeltitel innerhalb einer Anlageklasse

Einzelne Aktien, festverzinsliche Papiere, oder Rohstoffe zu kaufen, birgt ein hohes Risiko.

Verliert eine AG einen großen Auftrag oder wird bspw. auf einmal eine neue Energiegewinnungstechnik erfunden, kann der Kurs einbrechen.

Wenn du hingegen einen ganzen Index kaufst, investierst du gleichmäßig in bspw. 300 verschiedene Titel in einer Branche. Dadurch macht es nicht so viel aus, wenn ein Titel einen Einbruch erlebt. Auf der anderen Seite wird es auch einige Outperformer geben. Unterm Strich bekommst du so eine geglättete Performance.

Allerdings ist es ein großer Unterschied, ob du eine einzige Aktie kaufst und mit großen Kursschwankungen (Volatilität) leben musst oder ob du dein Geld über 1000 Aktien unterschiedlicher Länder, Branchen – dazu noch Anleihen, Rohstoffe etc. – verteilst. Wenn in diesem Ensemble ein Papier abstürzt, beeinflusst das deine Performance nahezu überhaupt nicht.

Logischerweise gilt das auch in die andere Richtung. Ausreißer nach oben fallen ebenso nicht so stark ins Gewicht. Aber unterm Strich ist die Senkung des Risikos und eine gleichmäßige Rendite wichtiger.

Ideal ist es also den gesamten Markt zu kaufen bzw. den ganzen Index. Wie machst du das nun konkret?

Du brauchst nicht viele verschiedene ETFs, denn schließlich bestehen die ETFs selber aus 100 bis 1000 Einzelwerten.

2 ETFs, die jeweils eine Anlageklasse abbilden, reichen vollkommen aus.

  • Aktien Welt
  • Anleihen Euroraum (währungssicher*) oder Anleihen Welt
  • (Du willst mehr? Weiter untern erfährst du, wie du das machst.)

*Wenn du mit Anleihen anderer Währungen verwenden würdest, hättest du zusätzlich noch ein Währungsrisiko zu tragen. Das lässt sich mit Staatsanleihen aus dem Euroraum vermeiden. Zudem genügt die Anzahl an Staatsanleihen für eine solide Diversifizierung aus.

Falsche Heimatliebe vermeiden

Viele Privatanleger fühlen sich bei Anlagen in ihrem Heimatland sicherer. Amerikaner kaufen den Dow Jones, Deutsche kaufen den DAX. Andere sind sich sicher, dass Asien der Markt der Zukunft ist. Niemand kann es wissen, oft genug gibt es große und unerwartete Überraschungen.

Wenn jeder denkt, sein Heimatmarkt sei der Beste, kann diese Logik offensichtlich nicht für alle gelten. Dasselbe gilt für Rohstoffe: Gold, Öl, Platin? – Niemand weiß, wo die Reise hingeht. Übertriebene Heimatliebe oder ein gutes Gefühl sind unlogisch und wird beim Vermögensaufbau in aller Regel bestraft.

Schritt 4: Was genau kaufen? Aktien, Anleihen, Rohstoffe …?

Du weißt nun, wie viel € du monatlich in den Vermögensaufbau stecken willst. Du weißt auch, dass ETFs die geeignetste Anlageform ist.

Jetzt musst du entscheiden, in welche Anlageklassen du damit investierst. Da ETFs Indizes abbilden, lautet die Frage: welche Indizes genau kaufen?

Es gibt Indizes auf alle möglichen Anlageklassen.

Aktien, Anleihen, Rohstoffe – in was solltest du investieren?

 Sollst du Aktien, Anleihen, Gold, Immobilien, Öl kaufen? Was davon ist am besten für dich?

 Welche Anlageklassen gibt es?

  • Aktien
  • Festverzinsliche Wertpapiere (Renten oder auch Anleihen genannt)
  • Rohstoffe (Öl, Gold, Silber, Platin, Weizen, Soja etc.)
  • Immobilien
  • Cash

Anlageklassen können noch exakter unterteilt werden nach Region (Welt, EU, USA, Asien etc.) oder Größe/Art (smallCaps, bigCaps, Öl, Gold, Staatsanleihen etc.)

Du musst dich jedoch nicht mit diesen Anlageklassen im Detail befassen. Wie oben bereits erwähnt, kaufst du den ganzen Markt.

Jedes dieser Anlageklassen hat unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Aktien – Pro und Contra

Warum investieren die reichsten Leute vor allem in Aktien?

Ganz einfach: Aktien bieten die höchste potenzielle Rendite. Langfristig performt keine andere Anlageklasse besser! Der Nachteil sind kurzfristige Schwankungen.

Im langfristigen Durchschnitt erreichst du mit Aktien eine Rendite von ca. 8-10%. Das ist wesentlich mehr als auf deinem Sparbuch. Dort gibt es momentan z.T. weniger als 1% Zinsen. Dafür gibt es keine Kursschwankungen. Wie bereits eingangs erwähnt: Chance und Risiko hängen immer zusammen.

Größere Unternehmen (Big Caps) aus den führenden Industrieländern bieten oft geringere Rendite, dafür ist deren Stabilität viel wahrscheinlicher (Renditeerwartung: 8-10%).

Kleinere Unternehmen (Small Caps) oder Aktien aus Schwellenländern bieten oft großes Wachstumspotenzial, können allerdings auch leicht einmal abstürzen oder große Kursschwankungen (Volatilität) zeigen (Renditerwartung: 10-15%).

Anleihen (Renten) – Pro und Contra

Bei festverzinslichen Wertpapiere (Anleihen) weißt du sofort, wie viel % du am Ende bekommst. Gefährlich kann hier nur die Unternehmens- oder Staatspleite werden (Realistische Renditerwartung: 3-6%). Anleihen bieten deinem Portfolio Stabilität, wenn die Börsen Schwäche zeigen.

Anleihen werden übrigens auch manchmal Renten genannt. Sie haben jedoch nichts mit der Rente zu tun. Sie heißen so, weil Anleihen wie eine Art Rente regelmäßig Zinszahlungen ausschütten.

Rohstoffe – Pro und Contra

Rohstoffe sind stark von deren Nachfrage abhängig. Historisch gesehen zeigen Rohstoffe jedoch eher ein Auf und Ab um einen Mittelwert, anstatt einen Trend in eine Richtung. Sie eignen sich daher nur bedingt für deinen Sparplan.

Shortfacts
  • Aktien: höchste Rendite, aber Schwankungen.
  • Anleihen (Renten): geringe-mittlere Rendite, aber kaum Schwankungen.
  • Cash: kaum Rendite, keine Schwankungen.

In welche Anlageklassen sollst du nun investieren?

Für das ETF-Sparplansystem benötigst du nur zwei Anlageklassen:

  1. Aktien
  2. Anleihen (Renten)

Nimmst du mehr Anlageklassen in dein Portfolio auf, erreichst du dadurch keine weitere Verbesserung der Performance oder eine Risikosenkung. Aktien und Anleihen sind alles, was du brauchst!

Aktien bieten hohe Renditechancen, die langfristig mit keiner anderen Anlageklasse zu erreichen sind. Der Anleihenanteil sorgt für Sicherheit und Stabilität, auch in Krisenzeiten.

Über das Verhältnis von Aktien und Anleihen in deinem Depot regelst du das Chancen-/Risikoverhältnis. Wie viel % Aktien und wie viel % Anleihen in dein persönliches Portfolio sollten, erfährst du später im Detail.

Schritt 5: Wann genau kaufen?

Am besten wäre es, wenn du nun immer am Tiefpunkt kaufen könntest und am Höhepunkt verkaufen („buy low, sell high“). Dann bekämst du sogar noch viel höhere Renditen als die oben genannte durchschnittlichen Renditeerwartungen.

Nur wann ist denn „low“ und wann ist den „high“?

„Richtige Experten müssten es doch wissen„, denkst du dir? Auch das ist ein Mythos. In der Börse vor 8 und auf Nachrichtensendern 24h am Tag lassen wir uns von sogenannten Experten den Markt erklären (interessanterweise können auch diese die Geschehnisse erst im Nachhinein erklären).

If stock market experts were so expert, they would be buying stock, not selling advice.

– Norman Ralph Augustine

Selbst Experten wissen nicht, wohin sich der Markt entwickelt!

Selbst Profis schaffen es kaum durch aktives Kaufen und Verkaufen eine bessere Rendite zu erzielen als ihr Vergleichsindex. Laut einer Studie von iShares schaffen es lediglich 5,14 % in einem Zeitraum von 3 Jahren besser abzuschneiden als der Vergleichsindex. Kaum ein Fondsmanager ist besser als sein Vergleichsindex.

Wenn du also einen aktiv gemanagten Aktien-Fond kaufst, stehen die Chancen ziemlich schlecht, dass du nach einigen Jahren mehr Rendite erzielst, als wenn du einfach die Entwicklung des Vergleichsindex nachgebildet hättest.

Zusätzlich verlangen aktiv gemanagte Fonds oft noch eine saftige jährliche Verwaltungsgebühr (bspw. 1,5%) – solche Kosten verhindern langfristig massiv deinen Vermögensaufbau.

Wer sich nach den Tipps von Brokern richtet, kann auch seinen Friseur fragen, ob er einen neuen Haarschnitt empfiehlt.

– Warren Buffet 

Market Timing funktioniert nicht

Man weiß leider immer erst im Nachhinein, wo das Tief und wann das Hoch war. Dieses sogenannte Markettiming (unten einsteigen, oben aussteigen) funktioniert leider nicht. – Niemand weiß, wann man unten ist und wann oben.

„Time is your friend, impulse is your enemy. Take advantage of compound interest and don’t be captivated by the siren song of the market. That only seduces you into buying after stocks have soared and selling after they plunge.“

– John Bogle

Wir sehnen uns nach Sicherheit in einem irrationalen Markt. Wenn aber wirklich jemand wüsste, wo die Reise hingeht, wäre er über Nacht steinreich und könnte seinen Expertenjob an den Nagel hängen. Denke mal darüber nach! Deshalb steht auch der sogenannte Insiderhandel unter hoher Strafe.

Was machst du jetzt?

Warte nicht auf den richtigen Moment, sondern kaufe langsam und stetig in jeder Marktphase!

Shortfacts
  • Selbst Experten wissen nicht, wohin sich der Markt entwickelt.
  • Niemand weiß im Vorhinein, wann die Kurse am niedrigsten oder höchsten sind.
  • Aktiv gemanagte Fonds schlagen sehr selten ihren Vergleichsindex.
  • Lösung: Mit automatisierten Sparraten regelmäßig den ganzen Markt kaufen.

Schritt 6: Wie viel von was genau kaufen? – %Aktien:%Anleihen:%Sonstige

Die Chancen und das Risiko regulierst du durch das %-Verhältnis von sicheren und riskanteren Anlageklassen in deinem Portfolio. Bei uns bspw. %Aktien zu %Anleihen.

Aktien bieten die höchste Wachstumschance aber auch das höchste Risiko, vor allem in Form von Schwankungen. Wie gesagt bieten sie langfristig im Durchschnitt die höchste Rendite mit ca. 8% pro Jahr.

Wie sieht das nun konkret aus? Wie verteilst du nun dein Geld?

Die genaue Verteilung hängt von deiner individuellen Situation ab. Dein Risiko sollte sehr stark von deiner geplanten Anlagedauer abhängen.

  • Wann benötigst du dein Geld? – Dein Ansparhorizont. Je länger deine Sparzeit, desto höher kannst du den Aktienanteil wählen. Warum? Weil du dann die Zeit hast schlechtere Phasen einfach auszusitzen. Die nächste Rallye kommt bestimmt. Langfristig bekommst du mit einem hohen Aktienanteil im Schnitt die beste Rendite.Wenn du dein Vermögen bereits in wenigen Jahren brauchst, hast du ein Problem, wenn es ausgerechnet da schlecht läuft. Dann fehlt dir die Flexibilität einfach abwarten zu können. Deshalb musst du dein Portfolio einer geringeren Schwankungsbreite unterwerfen. Das erreichst du durch eine höhere Gewichtung von sicheren Staatsanleihen.

Was machst du nun konkret?

Wähle dein Aktien-/Anleihenanteil gemäß deinem Ansparhorizont.

  • Konservativ: 25% Aktien / 75% Anleihen (mindestens 8-10 Jahre Ansparzeit)
  • Chancen-/Risikobewusst: 50% Aktien / 50% Anleihen (mehr als 15 Jahre Ansparzeit)
  • Aggressiv/Risiko: 75 Aktien / 25% Anleihen (mehr als 20 Jahre Ansparzeit)

Schau dir die Rendite der oben genannten Portfolioaufteilung der letzten Jahre an (Bild unten). Ein höherer Aktienteil steigert die durchschnittliche Rendite, aber auch die kurzfristigen Schwankungen.

Historische Renditeentwicklung der 3 Portfolios. Datenquelle: StiftungFinanztest 06/15
Historische Renditeentwicklung der 3 Portfolios. Datenquelle: StiftungFinanztest 06/15

Zusätzlich beachten: Wie viel Schwankungen hältst DU aus? – Deine Risikobereitschaft.

Bekommst du weiche Knie sobald es an der Börse kracht oder bleibst du eher cool?

Es ist sehr verlockend ein hohes Risiko zu gehen. Das Risiko scheint erst einmal sehr weit weg. Ich gebe dir hier einen guten Satz von Warren Buffet mit auf den Weg, der dich bei der Überlegung für den Aktienanteil deines Portfolios leiten soll:

„Kaufe nie eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert.“ – Warren Buffet

So etwas passiert am Aktienmarkt im Extremfall (wenn auch nur für kurze Zeit). Wenn du diese Phase aussitzt, steigt der Markt im Anschluss auch wieder um 200%, 300% oder mehr. Der Kernpunkt ist deine Psyche in den schlechten Momenten. Hältst du es aus, wenn da -50% steht? (Wichtig: das betrifft immer nur den Aktienteil!)

Wähle deinen Aktienanteil also so, dass du damit auch in schlechten Zeiten leben kannst.

Das ist dir noch zu unsicher?

Eventuell gehst du bei den 3 vorgeschlagenen Portfolios eine Stufe nach unten.

Von etwas mehr Konservatismus ist noch niemand gestorben. Wie du siehst, hättest du selbst mit dem Sicherheits-Depot die vergangenen 10 Jahre fast jedes Jahr eine positive Rendite erwirtschaftet (blaue Säule auf dem Bild oben). Knapp 6% Rendite im Schnitt sind immer noch Einiges mehr, als auf dem Tagesgeldkonto.

Schritt 7: ETF-Empfehlungen – Welche ETFs kaufen (Musterportfolios)?

Du weißt nun, auf welche Anlageklassen du deine Sparraten prozentual aufteilen willst. Nun benötigst du aber ganz konkrete ETF-Kaufempfehlungen.

Keept it simple stupid! – Das K.I.S.S. – Prinzip

Bevor du die Sache unnötig verkomplizierst und am Ende gar nicht aktiv wirst, solltest du den Fokus darauf legen, sofort umzusetzen. Das funktioniert nicht, wenn du dich in unnötige Details verstrickst, die zudem deine Resultate meistens noch verschlechtern.

Es ist wie beim Sport oder der Ernährung: Viel wichtiger als der perfekte Trainingsplan oder die ideale Ernährungsstrategie ist, dass du regelmäßig mit einem guten Plan trainierst und dich gesund ernährst. 20% des Aufwandes, 80% der Ergebnisse (Pareto Prinzip / 80-20-Regel).

Aus diesem Grund verwendest du zwei ETFs. Eines für den Aktienanteil und ein anderes für den Anleihenanteil. Zu wie viel % du deine Sparraten auf die jeweiligen ETs verteilst, hast du weiter oben bereits ermittelt.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Diese beiden Eigenschaften eines ETFs bestimmen, ob der Gewinn einfach wieder angelegt wird (thesaurierend) oder ob Gewinne direkt auf dein Konto ausgezahlt werden (ausschüttend). Ersteres ist wesentlich angenehmer, weil du dich dann nicht um das Geld kümmern musst. Eine Wiederanlage erzeugt auch jedes Mal wieder neue Kosten. Diese sparst du dir bei der automatischen Wiederanlage. Übrigens hat man auch viel mehr mit dem Finanzamt zu tun, wenn ständig Erträge anfallen.

A.) ETF für den Aktien Welt Teil

Für den Aktienanteil wählst du ein ETF, der Aktien der ganzen Welt und aus allen Branchen abdeckt.

Der Weltindex MSCI World eignet sich dafür ideal. Dieser beinhaltet rund 1600 Unternehmen aus 24 Ländern.

Achtung: Nur für Steuerfüchse:

Dieses ETF lockt zwar mit einer günstigen TER, ist aber „steuerhässlich“. Man muss jährlich in der Steuererklärung spezifische Angaben machen, Geld abgeben ohne eigentlichen Gewinn bzw. bei Gewinnrealisierung Geld vom Staat zurückfordern (später mehr dazu).

Halte dich lieber fern davon, wenn du es unkompliziert haben willst.

B.) ETF für den Anleihenanteil

Für den Anleihenanteil nimmst du ein ETF, das verschiedene Euroland Staatsanleihen beinhaltet. Dadurch trägst du kein Währungsrisiko und bist trotzdem breit diversifiziert.

Das Anlageziel des Fonds besteht darin, die Wertentwicklung des Basiswerts, des iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Total Return Index abzubilden.

Vergleichsindex: IBOXX EUR SOVEREIGNS EUROZONE INDEX OVERALL (TOTAL RETURN).

Eine weitere Möglichkeit ist es, auf den Vergleichsindex Barclays Euro Aggregate (Total Return) zu setzen. Dieser beinhaltet neben Staatsanleihen auch Unternehmensanleihen aus dem Euroraum.

Welche ETFs nun konkret kaufen? Unsere Empfehlung!

Nimm das COMSTAGE MSCI WORLD TRN UCITS ETF (WKN: A0RPWH) für den Aktienanteil und den db x-trackers II IBOXX SOVEREIGNS (WKN: DBX0AC) für den Anleihenanteil.

Beide haben die niedrigsten Kosten in ihrer Klasse (0,4% und 0,15% pro Jahr) und sind steuerlich einfach zu handhaben. Beide ETFs legen sämtliche Gewinne wieder an (thesaurierend).

Müssten wir heute ein ETF-Portfolio anlegen, würden wir diese beiden ETFs wählen. Jetzt einfach noch die richtige %-Gewichtung (aus Schritt 6) darauf anwenden. Fertig!

Komme ich jederzeit an mein Geld?

Ja, du kannst deine ETF-Anteile jederzeit verkaufen. Danach kannst du dein Geld sofort auf dein Girokonto überweisen und hast volle Verfügbarkeit.

Sind das nicht zu wenige ETFs?

Diese Frage ist verständlich. Schließlich hast du weiter oben von der Wichtigkeit der Diversifikation gehört. Allerdings hier scheint es nur so, als sei das wenig diversifiziert. In Wirklichkeit deckst du mit den Weltaktien 1600 Aktien aus allen Ländern, unterschiedlichster Branchen und verschiedener Unternehmensgrößen ab. Mit den Euro Anleihen ETF investierst du in Staatsanleihen von insgesamt 15 europäischen Staaten.

Kann ich noch andere ETFs kaufen? Dem ganzen einen individuellen Touch geben?

Da du diesem Drang vermutlich kaum widerstehen kannst, solltest du es wenigstens richtig machen. Wenn du deinem Portfolio noch besondere ETFs beimischen willst, nimm dafür nicht mehr als 20-30% deiner monatlichen Sparrate. Den Rest verteilst du, wie oben genannt auf Weltaktien und europäische Anleihen.

Viele verschiedene ETFs zu besparen ist unnötig. Du wirst damit nicht bessere, eher schlechtere Resultate bekommen. Am Ende ist es deine persönliche Entscheidung.

Diese ETFs kannst du noch beimischen:

  • Rohstoffe
  • Emerging Markets
  • Unternehmensanleihen
  • Aktien Asien

Es gibt 1000 von ETFs, die noch viel speziellere Märkte abdecken: Russland, Brasilien, Japan, Nebenwerte, Gold etc. Das sind alles Spielereien. Ja, Spielereien!

Wenn du nicht die Finger davon lassen kannst, sei dir wenigstens bewusst, dass es ein Spiel ist. Leider ist man oft erst hinterher schlauer. Auch ich musste diese Lektion erst lernen und würde dich gerne davor bewahren.

Schritt 8: Sparplan einrichten, Geldflüsse & ETF-Käufe automatisieren

Sobald dein Comdirect-Konto eröffnet ist, kannst du durchstarten!

Du weißt inzwischen …

  • … wie viel Geld du pro Monat sparen willst.
  • … wie viel % davon du in dein Aktien Welt und das Anleihen ETF steckst.

Beispiel: Du beschließt 400€ pro Monat in den Sparplan fließen zu lassen. Den Aktien/Anleihen-Anteil hast du auf 50%/50% festgelegt. Somit sollen monatlich für 200€ Aktienanteile und für 200€ Anleihenanteile gekauft werden.

Das setzt du nun in die Tat um.

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1.) Wertpapiersparplan anlegen

Klicke auf den Menüpunkt „Geldanlage“ und im Untermenü auf „Wertpapiersparplan“.

1_Wertpapiersparplan_anlegen
 

Auf der nächsten Seite klickst du auf „Sparplan einrichten“ 2_Sparplan_einrichten

 

Im Anschluss bestimmst du die Variablen deines Sparplans in 5 Schritten fest.

2.) Gesamte monatliche Sparrate in € eingeben.

Gibst du deine gesamte monatliche Sparrate an. Wie viel € sollen monatlich in den Vermögensaufbau?

Wie das Geld genau aufgeteilt wird, legst du später fest. Du kannst in Zukunft deine Sparraten jederzeit ändern. Erhöhen, verringern, ein paar Monate aussetzen – kein Problem! Also mach dir nicht zu viel Stress mit dem exakten Betrag.

3.) ETFs festlegen, die du besparen willst.

Gebe die WKN von den ETFs ein, die du besparen willst.

Nimmst du die oben Empfohlenen ETFs, dann sind das:

  1. WKN: ETF110 für den Aktienanteil (COMSTAGE MSCI WORLD TRN UCITS ETF) (TER, 0,20%, thesaurierend, steuereinfach)
  2. WKN: DBX0AC für den Anleihenanteil (db x-trackers II IBOXX SOVEREIGNS EUROZONE UCITS ETF) (TER: 0,15%, thesaurierend)

4.) Wie viel € in die jeweiligen ETFs?

Lege gemäß deinem %Aktien/%Anleihen-Anteil fest, wie viel von den jeweiligen ETFs gekauft werden soll.

Bei einer Sparrate von 400€ und 50/50 %Aktien/%Anleihen, gibst du jeweils 200€ pro ETF an.

Unten auf der Seite: Dynamisierung – ja/nein?

Soll deine Sparrate automatisch in einem gewissen Zeitintervall um X % erhöht werden? Dann nutze die Dynamisierung. Du kannst die Dynamisierung aber auch einfach deaktivieren und Änderungen an deiner Sparrate ausschließlich manuell vornehmen.

Wähle bspw. 2%, um die zu erwartende Inflation auszugleichen. Oder mehr, wenn du davon ausgehst, nach und nach ein höheres Einkommen zu haben.

5.) Fast fertig! Kaufintervall festlegen und Geldeinzug festlegen

  • Gib deinem Sparplan einen beliebigen Namen.
  • Kaufintervall: Wie oft soll gekauft werden? Für unser System „monatlich“ auswählen.
  • Wähle den Tag, an dem gekauft werden soll.
  • „Erster Kauf“ auswählen (sollte vor dem ausgewählten Kauftag liegen) / „letzter Kauf“ beides auf offen lassen.
  • „Anlagebetrag einziehen von“ – entweder dein Verrechnungskonto, das du bei der Registrierung angegeben hast, oder wähle ein anderes Konto. Das Geld wird dann von dort automatisch eingezogen.

6.) Übersicht checken und per TAN-Eingabe abschicken

Noch mal alle Angaben checken, TAN eingeben und du bist fertig!

Glückwunsch, dein Sparplan läuft jetzt völlig automatisiert und dein Vermögen beginnt sich anzusammeln.

Weitere Themen

Rebalancing – Wiederherstellung des Chance-/Risikoverhältnis

Das Verhältnis der ETFs in deinem Portfolio kann sich mit der Zeit durch die Wertentwicklung verschieben.

Beispielsweise bist du mit einer ETF-Verteilung von 50% Anleihen / 50% Aktien Welt gestartet. Nach einiger Zeit hat sich das Verhältnis zu 35%/65% verschoben, allein durch die Wertentwicklung deiner jeweiligen ETFs. Jetzt hast du ein neues Chancen-/Risikoverhältnis, das du jedoch nicht beabsichtigst.

Rebalancing ist die Wiederherstellung der originalen Verteilung – die Balance wird wiederhergestellt.

1x pro Jahr oder wenn sich die ursprünglich angestrebte Verteilung um 10% verschoben hat, solltest du ein Rebalancing vornehmen.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Sparraten der ETF-Käufe anpassen.

Eine sehr simple und einfache Möglichkeit: Passe deine Sparraten einfach so an, damit sich dein gewünschtes Verhältnis nach und nach wiederherstellt. Dadurch sparst du dir Kosten, die bei Verkauf und Wiederanlage entstehen. Gerade, wenn deine aktuelle Anleihen/Aktien-Verteilung noch nicht weit auseinanderliegt, ist diese Methode das Mittel der Wahl.

2. ETF-Anteile verkaufen und andere ETF-Anteile damit kaufen.

Du willst einmal im Jahr reinen Tisch machen? Mehr als 1h Zeit nehmen und einen Taschenrechner brauchst du dazu nicht. Folgende Schritte sind notwendig:

  • Erfasse das gesamte Kapital deines ETF-Systems. Dies entspricht 100%.
  • Berechne, wie viel % des Kapitals in den jeweiligen ETFs steckt.
  • Bsp.: Die Verteilung ist 35% Anleihen und 65% Aktien, eigentlich willst du aber 50%/50% haben.
  • Verkaufe Anteile deiner ETF-Aktien im Wert von 15% deines Gesamtkapitals (nicht 15% des Aktien-ETF Kapitals).
  • Kaufe mit diesem Kapital 15% mehr Anleihenanteile.

Auch hier lohnt es sich wieder, nur wenige ETFs zu besparen. Ein Portfolio mit 2 ETFs macht das Rebalancing wesentlich komfortabler als eines mit 6 ETFs.

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6 Kommentare
Kommentare

6 Kommentare

Karlq

Der iShares Core MSCI World UCITS ETF wird in gewissen Foren als „steuerhässlich“ beschrieben. Kannst du dazu, etwas sagen?

Director

Hallo! Ist der Sachverhalt bezüglich der beiden ETF’s immer noch aktuell bzw. würdet ihr die beiden heute immer noch empfehlen?
Eine kleine Verständnisfrage am Rande – der von euch empfohlene MSCI World ETF ist ja ein „Produkt“ der Commerzbank, wenn ich das richtig verstanden habe. Was passiert, wenn die Commerzbank irgendwann einmal pleite macht? Bleiben dann deren ETF’s weiter bestehen, also sind unabhängig von der Bank an sich oder würden diese in Folge dessen auch aufgelöst werden?

Micha

Moin moin. Im Abschnitt: Welche ETFs nun konkret kaufen? Unsere Empfehlung!
Nimm das COMSTAGE MSCI WORLD TRN UCITS ETF (WKN: A0RPWH) ist euch ein copy & paste Fehler unterlaufen.
Der Comstage hat die WKN ETF110. Er habt den ishares angegeben 😉

Gruß
Michael

Johannes

Hi Micha,

danke dir! Wurde umgehend korrigiert.

Alexander

Mir ist aufgefallen, dass deine Seite langsam am laden ist. Kannst du da was machen?

Johannes

Wir holen gerade einen neuen blitzschnellen Server. Das Problem wird also bald gelöst sein.


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